Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

27.4.06

Extrem Linke Schwierigkeiten mit dem zionistischen imperialistischen rassistischen Feind

Zeitungen linker Ausrichtung haben seit Jahren eine ausgeprägte antisemitische Tendenz - die alte stalinistische Tradition, die auch heutige Trotzkisten wie Stalinisten nicht weniger munter aufweisen, genauso wie auch die Neue Rechte bekennt sich zum braven alten Antisemitismus. Erst neulich erschien ein Offener Brief von sechs Autoren der Zeitung "Junge Welt", die sich darüber beschwerten. Darin steht u.a.:

In letzter Zeit ergehen sich Kommentatoren der jW in einer unerträglichen Verniedlichung des offen antisemitischen Staatschefs des Iran, was nicht selten wie eine Legitimation dessen Politik wirkt. [...] Wir fragen uns, wie man in Zukunft ähnlichen "Überlegungen" von Neonazis argumentativ entgegen treten will. Diese Relativierung der deutschen Massenmordgeschichte und Ignoranz gegenüber Antisemitismus verbieten sich für eine linke Zeitung von selbst, ganz abgesehen davon, dass dieses Regime jede fortschrittliche linke Opposition mörderisch unterdrückt.

Wir sind mit dieser inhaltlichen Ausrichtung, die sich in einer derart vereinfachenden Position ausdrückt, wonach der Feind-meines-Feindes-irgendwie-auch-mein-Freund-sei, nicht einverstanden. Ebenso entschieden wie wir den Kriegsplänen gegen den Iran entgegentreten, lehnen wir ein Kleinschreiben eines virulenten und aggressiven Antisemitismus ab.
Skurrilerweise antwortete die Zeitung darauf mit dem Hinweis:

jW mit Antisemitismus in Verbindung zu bringen ist die Geschäftsidee einer Hamburger Zeitschrift und ihr verbundener Autorinnen und Autoren. Diese Sicht der Dinge kann gern dort bleiben.
Vorbildliche Bereitschaft, auf die Kritik "sachlich" zu reagieren!

Vor zwei Tagen hat die "Junge Welt" eine in der Tat sachliche Antwort auf die Kritik abgegeben, indem zwei offen antisemitische Texte publiziert wurden, beide ohne Kommentare, somit nicht als Diskusssionsbeiträge, sondern als eine Meinung der Redaktion.

In dem ersten, den Ellen Rohlfs der Redaktion "besorgte", wie es im Text steht, wird die Position der Hamas-Regierung dargestellt, und zwar durch deren Minister-Präsidenten Ismail Hanija. Es ist eine bekannte Position der Hamas, die dazu führt, dass der Konflikt im Nahen Osten weiter blutige Spuren hinterlässt. Die Zeitung solidarisiert sich mit der Position der Hamas:

Die internationale Gemeinschaft muß Druck auf Israel ausüben.
Im zweiten Beitrag wird ein antizionistisches Buch präsentiert. Dessen Autor sagt u.a.:

Die israelische Regierung behauptet, daß sie nicht mehr mit der palästinensischen Autonomiebehörde verhandeln kann, weil sie von der Hamas gestellt wird. Das zeigt, daß die israelische Regierung Demokratie verachtet. [...] Hamas bemüht sich sehr um eine Öffnung. Sie hat die linke PFLP zur Zusammenarbeit eingeladen, und sie versucht, die PLO, den Dachverband der palästinensischen Bewegungen, über religiöse Grenzen hinweg auszubauen. Hamas diskutiert ernsthaft, wie Juden und Muslime Seite an Seite leben können, und viele erinnern daran, daß Araber und Juden in der gesamten Region jahrzehntelang friedlich zusammengelebt haben. [...] Ich habe das Buch geschrieben, damit die Linken Israel und Palästina besser verstehen, die Palästinenser unterstützen und mit dem Zionismus brechen.
Die Zeitung lässt das ohne Kommentar an den Leser heran. Genau, wie es die "Junge Freiheit" tut - siehe z.B. die Analyse des Interview mit Rantisi (Hamas) in der JF (August 2001) bei Alfred Schobert (Link) oder Anton Maegerle/Heribert Schiedel (Link). Linksaußen und Rechtsaußen treffen sich im Antisemitismus.

0 Comments:

Kommentar veröffentlichen

Links to this post:

Link erstellen

<< Home

Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Germany License.