Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

22.4.06

Speziell für Schäuble

Im Zusammenhang mit der Untersuchung des fremdenfeindlichen Überfalls in Potsdam hat die "Süddeutsche" einige Leserbriefe veröffentlicht. Sie stehen nicht online zur Verfügung. Ich habe mir erlaubt, einen davon abzutippen. Der folgende Text erwähnt keine blauäugige Sprüche - er ist aber die treffende Antwort auf diese Sprüche. Die Realität ist anders als Wolgang Schäuble & C° sie sehen will:

Über das Silvesterwochenende war ich in Potsdam zu Besuch. Am 30. Dezember ging ich spät abends in eine Gaststätte in einem Neubaugebiet. Die Gaststätte war gut gefüllt. Die Leute tanzten zur Musik oder unterhielten sich ausgelassen. Plötzlich kippte die Stimmung. Es waren Nazis gekommen. Die brüllten ihre Parolen und beschimpften die Gäste. Viele Gäste verließen fluchtartig die Gaststätte. Ich stand auf und sagte den Typen, sie sollten damit aufhören. Daraufhin stand einer auf und schlug mir ins Gesicht. Ich zahlte, ging und rief die Polizei. Die kam in Zivil und in Uniform. Auf meine Beschreibung hin holten sie die Typen heraus. Die Neonazis wurden freundschaftlich befragt, und der Chef der Polizeigruppe gab mir den Rat: "Sie sollten abends nicht in eine Gaststätte gehen!" Ich war bedient und ging. Die Staatsanwaltschaft Potsdam teilte mir vorige Woche mit, dass es nicht im öffentlichen Interesse liege, die Sache weiter zu verfolgen.

JAN JOREK, Markkleeberg

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